Vegan? Echt jetzt?

Mich vegan ernähren? Nee, das war für mich immer ganz weit weg. Ich fand es zwar bewundernswert, wenn andere es durchgezogen haben, aber mir selber hätte ich das nicht „angetan“. „Viel zu viel Verzicht“, dachte ich immer.

Wenn auch du so darüber denkst, dann lies diesen Text erst recht 🙂 Ich möchte dich nicht davon überzeugen, auf Dauer Abstand von tierischen Lebensmitteln zu nehmen. Ich möchte nur meinen Sinneswandel mit dir teilen.


Wie ich eben schon angesprochen habe, bedeutete für mich vegan essen mich einzuschränken. Fleisch, Milch, Eier und Butter – darauf soll ich verzichten? Mal ganz abgesehen von Käse und Fisch – meinen bis dato liebsten Lebensmitteln. 

Nun habe ich nie geplant vegan zu essen geschweige denn einen Plan aufgestellt, wie ich das Ganze am besten angehe. Ich kam nach einem Monat Spanien wieder und hatte in dieser Zeit viel mehr Fleisch gegessen als sonst. Da ich seit vier Jahren allein lebe, habe ich nur selten Fleisch oder Wurst gekauft und daher auch nur ein bis zweimal die Woche Fleisch gegessen. In Spanien war mir das dann irgendwie zu viel – und so war mir nach einer fleischfreien Phase.


Eigentlich sollte das ganze nur ein paar Tage gehen. Doch als ich mir nach gut zwei Wochen mal wieder meine Lieblingspasta mit Scampis kochte, war sie für mich plötzlich gar nicht mehr so ein Genuss wie früher. Irgendein unterbewusster Schalter wurde wohl umgelegt und mein Gefallen an Fisch und Fleisch war plötzlich wesentlich geringer. 


Okay, vegetarische Ernährung ist das eine – vegan essen das andere. Ich war bei einer Freundin zum Frühstücken eingeladen und es gab Sojajoghurt zum Müsli. Spannend, dachte ich mir. Sie erzählte, dass ihr der Sojajoghurt besser bekäme als normaler Naturjoghurt und erzählte mir auch von ihrer Liebe zu Porridge mit Hafermilch. Ich probierte beides zuhause aus, fand es lecker und kaufte es seitdem nur noch. Was genau mein Antrieb dahinter war, kann ich gar nicht sagen, vielleicht wollte ich einfach mal testen, ob es mir damit anders ging als sonst. Auch auf Käse verzichtete ich immer mehr. Gouda war kein Problem, Parmesan und Mozzarella auch nicht, doch bei Feta und Frischkäse tat ich mich schwer. Ich wollte aber auch nicht zu streng mit mir sein und kaufte es daher noch ein paar Mal ein.


Es sind nun zwei Monate vergangen, seitdem ich meinen Konsum von tierischen Produkten verringert habe. Was anfänglich nur ein Experiment war, hat sich als unglaublich positiv für mein Wohlbefinden bestätigt. Der oftmals angesprochene Verzicht auf Lebensmittel bringt nämlich auch eine unglaubliche Vielfalt an Obst, Gemüse und Getreidesorten mit sich, auf die ich vorher nicht aufmerksam geworden bin. Ich probiere viel mehr Kräuter aus, experimentiere mehr beim Kochen und kaufe hauptsächlich nur noch frische Lebensmittel ein. Das geht mit einem vergrößerten Zeitaufwand einher und kostet auch mehr als früher, aber das ist es mir wert. Ich fühle mich viel gesünder, fitter, habe wesentlich mehr Energie, knicke auf der Arbeit nach dem Mittagessen nicht mehr in ein Nachmittagstief und schmecke viel bewusster. Außerdem strahlt auch meine Haut sowie meine Haare mittlerweile mehr.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe, möchte ich aber niemanden dazu verdonnern, vegan zu werden. Viel mehr ist es für mich eine Form von Selbstoptimierung, die wir, wie ich finde, öfters betreiben sollten. Warum nicht mal was an alten Gewohnheiten ändern? Warum nicht mal neue Dinge austesten?

Auch wenn es anfänglich oft mit einer Hürde verbunden ist, fühlt man sich danach immer besser.

Daher: trau dich, probiere neue Dinge aus und überschreibe alte Gewohnheiten. Und wenn du dann feststellst, wie sehr dir der Käse beim Samstagsfrühstück fehlt, dann genießt du ihn beim nächsten Mal umso mehr! 🙂

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