Ich darf dich doch gar nicht vermissen

Fast drei Jahre ist sie schon her. Unsere letzte richtige Begegnung. Eigentlich ist seit dem Moment, in dem wir uns wirklich nah waren, aber schon viel mehr Zeit vergangen.

14 war ich, als wir uns kennenlernten. Jung, naiv, und so richtig glücklich. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich dich so angezogen habe. 

Unser erstes Jahr Beziehung war wie im Bilderbuch. Ich weiß noch, wie ich zuhause saß und Zeilen tippte, weil ich gar nicht fassen konnte, wie schön dieses Gefühl des Liebens und Geliebt werdens war. Weil ich es haltbar machen wollte.

Wir wurden älter und mit 16, 17 war alles nicht mehr so rosig, wie es einst gewesen war. Wir wollten uns aber dennoch nicht aufgeben und versuchten regelmäßig krampfhaft, dieses Gefühl von früher zurückzuholen. Was uns einige Male für zwei, drei Monate gelang, war nie von Dauer. Und irgendwann, da waren wir uns trotz Zusammenseins nicht mehr richtig nah. Und mussten loslassen.


Äußerlich haben wir beide losgelassen. Und so viel Distanz zwischen uns gebracht, dass ich manchmal den Anschein habe, dass es dich gar nicht mehr gibt. 

Es gab eine Zeit, in der ich unzählige Menschen kennengelernt habe, und mir ständig vor Augen geführt habe, wie viel einfacher doch alles mit ihnen sei. Aber das war nie von Dauer.

Und dann kam die Phase, in der ich niemanden mehr an mich ranlassen wollte und einfach nur mein Ding durchziehen wollte, in der ich meinen Weg finden wollte und unabhängig sein wollte.

Und ich habe meinen Weg gefunden und mir ein Leben aufgebaut, was so niemals möglich gewesen wäre, wenn ich nicht meinen kompletten Fokus darauf gerichtet hätte. 

Mit jedem Monat mehr wurde mir klarer, wie unterschiedlich wir sind und wie wenig das zwischen uns funktionieren konnte. Wie sehr wir uns teilweise weh getan haben und wie verbissen ich an dir festgehalten hatte. Vielleicht ist das normal, wenn man seine erste große Liebe gehen lassen muss. Vielleicht wird das ein Thema sein, mit dem man nie ganz abschließen kann. Und doch glaube ich, dass wir beide, zumindest machst auch du den Anschein, ganz gut über unser Drama hinweggekommen sind und gar nicht mehr so oft dran denken.


Doch dann ist Weihnachten, und irgendwie verbinde ich mit dieser Zeit und dem nach Hause kommen immer dich. Auch nach drei Jahren noch. Und ich möchte dich gar nicht zurückhaben oder dir dein neues Glück nehmen. Ich möchte einfach nur mal sehen, dass es dich noch gibt, dass du keine Illusion bist. Möchte dir zeigen, wie sehr ich mich entwickelt habe und dass ich 100mal stärker geworden bin. Möchte wissen, was du jetzt machst, was dich bewegt und ob du dich immer noch so sehr für Geschichte interessierst.

Ich möchte noch einmal wissen, wie es sich anfühlt, wenn wir uns jetzt gegenüber sitzen. Möchte mich mit dir unterhalten, auf gleicher Ebene. Um dann danach sagen zu können, dass zwischen uns alles im Reinen ist, und nach Vorne blicken zu können.

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