Vorsätze

Vorsätze. Dieses ätzende Thema, das jedes Jahr spätestens gegen Ende Dezember aufkommt. Jeder behauptet, dass er nichts von Vorsätzen hält und doch hat eigentlich jeder von uns irgendein Ziel für das kommende Jahr im Kopf.


Ob es nun die klassischen „5kg verlieren“ sind, du dir ein sportliches Ziel vornimmst oder aber die Beziehung zu deinen Freunden besser pflegen möchtest – Vorsätze sind eigentlich etwas Wunderbares. Nicht, weil du ohne sie kein wertvoller Mensch bist, sondern weil sie dir immer wieder deinen Traum vor Augen führen. Sie helfen dir, das Beste aus deinem Leben zu machen.


Und doch fällt es uns ja irgendwie schwer, sie vor allem langfristig in die Tat umzusetzen.

Das liegt zum einen daran, dass wir möglicherweise nach 2 Monaten schon wieder verdrängt haben, was unser Ziel war und dass wir zum Anderen nicht so einfach aus unserer Wohlfühlzone rauskommen.


Wenn du für dich entschieden hast, dass alles so bleiben soll wie es ist, dann ist das wunderbar. Ich möchte niemanden zwingen, sich einen Vorsatz aufzuhalsen, nur weil ein Jahreswechsel bevorsteht. 

Wenn es aber das ein oder andere Detail gibt, dass du schon länger vorhast zu ändern, dann möchte ich dir nun ein paar Tricks nah legen, die dich näher an dein Ziel bringen…


Tipp Nr. 1: Visualisiere deinen Vorsatz. Oft ist es so, dass wir die ersten zwei, drei Wochen noch ganz akribisch her sind hinter unserem Sportprogramm, welches wir Ende letzten Jahres mit viel Mühe zusammen geschrieben haben. Die ersten Pfunde purzeln und alles läuft wie am Schnürchen. Und dann kommt der Einbruch. Die letzte Januarwoche ist so stressig, dass wir es nicht schaffen, Sport zu treiben und Anfang Februar erwischt uns die miese Erkältung. Danach haben wir schon ganz vergessen, dass wir von nun an eigentlich dreimal die Woche Sport treiben wollten. 

Damit das nicht passieren kann, schreibst du dir am Besten dein Ziel, sobald du es dir gesetzt hast, auf. Und das nicht nur einmal. Häng es an verschiedene, signifikante Orte auf. Du kannst dir ein Post-it an deinen Spiegel kleben, du kannst dir eine passende Postkarte aufhängen, du kannst deinen Bildschirmhintergrund auf deinem PC mit einem aussagekräftigen Spruch schmücken. 

Als ich begonnen habe glücklicher sein zu wollen, habe ich mal ein Passwort in „happyme“ umbenannt. Und jedes Mal, wenn ich es eingegeben habe, wurde ich daran erinnert, was ich mir vorgenommen hatte 🙂


Mit Tipp Nr. 2 kann ich direkt an meinem ersten Ratschlag anknüpfen: Bleib am Ball. Das ist wohl der härteste, aber auch wichtigste Aspekt, um deine Vorsätze erfolgreich umzusetzen. Ich habe noch nie von jemandem gehört, dass er sich etwas vorgenommen hat und dies ohne Rückschlag erreichen konnte. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen dich deine alte Gewohnheit einholen wird und in der du dich fragen wirst, warum du dir ganze Mühe überhaupt aufgewendet hast. Seitdem ich mit meiner Essstörung zu kämpfen habe, hadere ich immer mit diesen blöden Fressattacken. Klar, wenn ich gut auf meinen Körper und meine Seele achte, dann schaffe ich auch mal mehrere Monate ohne. Und trotzdem holen sie mich irgendwann immer wieder ein und ich habe jedes Mal so damit zu kämpfen. Weil ich mich in diesem Moment so fühle, als wäre alles umsonst gewesen. Aber das ist es nicht! Du darfst immer wieder fallen, du wirst immer wieder fallen. Hauptsache, du stehst immer wieder auf. 

Damit dein Gehirn auch weiß, was genau es umsetzen soll, ist es unglaublich wichtig, dass du dir konkrete Ziele setzt. „Ich will sportlicher werden“ oder „ich will glücklicher sein“ wird nicht funktionieren. Setze dir anstelle dessen kleine, aber greifbare Ziele. Zum Beispiel: „Ende Mai möchte ich 7km laufen können“ oder „Ich möchte die kleinen Dinge besser schätzen können, deshalb nehme ich mir nun jeden Abend ein paar Minuten Zeit und schreibe fünf Dinge auf, für die ich heute dankbar bin“. Setz dir nicht nur ein großes Ziel, sondern mehrere kleine Aktionen, die zu deinem Ziel führen.


Tipp Nr. 4: Damit du auch in schwierigen Situationen deinen Schweinehund besiegen kannst, ist es unerlässlich, dass du dein Gehirn verstehst. 

Jedes Mal, wenn wir etwas an unserem jetzigen Leben verändern wollen, müssen wir eine Gewohnheit verändern. Und das ist etwas, was unser Schweinehund so gar nicht mag. Denn die Komfortzone ist eigentlich ganz gemütlich – sie birgt keine Gefahr.

Ich möchte dir das gern am Beispiel Sport veranschaulichen: Wenn du bisher keinen Sport getrieben hast, ist dein Körper es gewohnt, dass du dich nach der Arbeit gemütlich aufs Sofa legst, sodass er für diese gewohnte Handlung Botenstoffe aussendet, die für dich Glück bedeuten. Sobald du dich nun entscheidest, am Abend eine Runde laufen zu gehen, bedeutet das für ihn Stress – denn nun muss er etwas tun, das er gar nicht gewohnt ist. 

Daher wirst du einige Ausreden im Kopf haben. „Dann bekomme ich ja weniger Schlaf“ oder „ob das so gut ist, wenn ich dann erst um 21 Uhr zu Abend esse?“ Dein Körper will dich schützen.

Die ersten paar Mal wirst du also aus deiner Komfortzone treten müssen – aber es lohnt sich. Und es wird schneller gehen, als du es erwartest, bis deine abendliche Joggingrunde deine neue Gewohnheit wird.

Wenn du verstanden hast, was in deinem Kopf vorgeht, dann kannst du neu an deine Vorsätze herangehen. Du wirst kein positives Ziel erreichen, wenn du mit einer negativen Attitüde daran gehst. Es klappt nicht, zu sagen „Ich will keinen Alkohol mehr trinken“ oder „Ich will keine Schokolade mehr essen“. Damit du langfristig Erfolg hast, musst du dir einen Alternativplan zurecht legen. Wenn du die ganze Zeit darüber nachdenkst, dass du KEINE Süßigkeiten mehr essen möchtest, dann richtest du deine Aufmerksamkeit so sehr auf die Süßigkeiten, dass es dir schwerfallen wird, davon loszukommen. Du denkst die ganze Zeit daran und hast automatisch mehr Verlangen danach. Wenn du dir aber eine Alternative suchst, dann wirst du viel erfolgreicher sein. Richte deine Gedanken auf die neue positive Möglichkeit. Denke an die leckeren Erdbeeren, die du dir gönnst. 


Schreibe dir am Besten direkt am Anfang des Vorsatzes auf, was du tun kannst, wenn dein Schweinehund dich überreden möchte, wieder zu alten Mustern zurückzukehren. „Wenn ich das nächste Mal in Frage stelle, ob ich nicht doch auf der Party Alkohol trinke, dann werde ich daran denken, dass es mir am nächsten Tag viel besser geht, wenn ich keinen trinke. Ich werde unmittelbar aktiv und suche ein Gespräch mit jemandem oder werde tanzen, damit ich nicht weiter darüber nachdenke.“ Wenn du dir Alternativpläne zurecht legst, wirst du viel standhafter bleiben.

Wenn du nun in 2017 startest, dann versuche, regelmäßig an dein Ziel erinnert zu werden. Setze dir alle 3 Monate, also am Ende jeden Quartals, einen Reminder ins Handy und reflektiere, wie nah du an deiner Zielverwirklichung bist. So wirst du am Ende des Jahres nicht da sitzen und staunen, was du dir denn am Anfang des Jahres bei deinen Vorhaben gedacht hast. Du wirst stolz auf dich sein.

Was auch immer du dir für einen Vorsatz gesetzt hast – sei nicht allzu streng mit dir. 


„When you are progressing toward a goal that matters to you and appreciating the steps along the way, that’s a good life.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s