Glück braucht Disziplin

Gestern scrollte ich in meiner Mittagspause durch meinen Instagramfeed und stieß auf den 530club von Thaddäus Koroma. Wie der Name schon verrät, fordert sich diese Gruppe Menschen jeden Morgen heraus um 5:30 Uhr aufzustehen. Irgendwie fand ich die Idee geil. Fünf Minuten später war ich angemeldet. „Warum tust du dir das an?“, fragte mich eine Kollegin. „Ich muss mich ab und an selbst challengen“, antworte ich abrupt und blieb gedanklich dann doch an ihrer Skepsis hängen.

Warum tu ich mir das eigentlich an? Warum stehe ich um 5:30 Uhr auf, während ich doch erst um 9 Uhr im Büro sitzen muss? Warum gehe ich abends lieber zum Sport anstatt mich aufs Sofa zu lümmeln? Und warum esse ich gerade eigentlich vegan, obwohl es täglich leckeren (nicht veganen) Kuchen gibt? Und vor allem: Tu ich mir damit wirklich was an?

Gestern Abend lag ich dann im Bett. 22:00 Uhr war es und ich dachte mir, dass ich jetzt noch schöne 7,5 Stunden schlafen könne, bevor der Wecker klingelt. Diesen Plan hatte ich allerdings ohne meinen ratternden Kopf gemacht, der bis 00:30 Uhr keine Ruhe geben wollte. Irgendwie war ich genervt und zögerte kurz, ob ich meinen Wecker nicht doch wieder auf 6:30 Uhr stelle. „Nein“, erwiderte mein Unterbewusstsein. Ich wusste, dass sich diese kleine Challenge lohnen würde.

Ich glaube ehrlich gesagt, dass ich mir richtig was Gutes tue, indem ich öfters mal meine bequeme Komfortzone verlasse. Zum einen ist ja bekannt, dass gut Ding Weile haben will. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass ich mit den „anstrengenden“ Gewohnheiten ganz viele positive Momente in mein Leben hole.
Ich stelle immer wieder fest, dass alles, was kurzes „Leiden“ mit sich bringt, langfristiges Glück bedeutet. Andersherum kann auch eine kurze Befriedigung langes Leiden mit sich bringen. Wenn ich also mal kurz die Zähne zusammenbeiße und den Spinningkurs hinter mich bringe, dann fühl ich mich langfristig fit und wohl in meinem Körper. Wenn ich allerdings die aktuell wesentlich attraktivere Variante Sofa vorziehe, klappt das nicht mit dem Fit werden.

Aber was genau bedeutet eigentlich Disziplin? Bin ich nur diszipliniert, wenn ich zu allen Verführungen Nein sagen kann?
Ganz sicher möchte ich jetzt nicht für ein Leben plädieren, in der keine Sünde erlaubt ist. Ich bin mir zu 100% sicher, dass Sünden ab und an unerlässlich sind, um die Motivation am Leben zu halten. Und so lebe ich das auch: während ich an manchen Freitagabenden bis 5 Uhr morgens unterwegs bin und den ganzen Samstag dann faul auf dem Sofa rumliege, habe ich sonntags oder montags dann eben auch wieder richtig Bock, früh aufzustehen und mein Ding durchzuziehen.

Ich find mein Leben ziemlich gut, aber ich habe auch immer das Gefühl, noch mehr daraus holen zu können. Ich glaub, das Beste, was einem passieren kann, ist ein gutes Mittelmaß zwischen der Dankbarkeit für alles, was ist, und dem Streben nach neuen Herausforderungen zu finden. Das bedeutet dann für mich echtes, tiefes Glück.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. shewolfbiz sagt:

    Und, bist du bis zum Ende dabei geblieben? 🙌🏻 Falls es einen Beitrag dazu gibt habe ich ihn leider übersehen. Schöner Blog 🙂 LG

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  2. shewolfbiz sagt:

    Und, hast du bist zum Ende durchgehalten? Sehr schöne Beiträge, sehr spannend. LG Annika

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