Wie du dein Glück findest

Guten Morgen ihr Lieben,

es ist 8 Uhr am Karnevalssonntag, die Sonne scheint durchs Fenster und ich bin dankbar dafür, dass ich Karneval hier in Köln feiern kann – das hatte ich mir schon seit Jahren vorgenommen. Ich bin dankbar für das Wochenende mit meiner lieben Janni, die eine dieser Freundinnen ist, mit denen man so selten Kontakt hat, aber wenn man sich sieht, ist es so schön wie immer. Dankbar dafür, dass wir gestern einen richtig spaßigen Samstag hatten und dafür, dass ich mal alle guten Gewohnheiten liegen gelassen habe – das muss manchmal sein – und einfach nur den Tag genießen konnte. Dankbar dafür, dass ich eben aufgewacht bin und trotz nur 5 Stunden Schlaf richtige Lust habe, etwas Produktives zu tun und irgendwie stolz darauf bin, wie sich mein Mindset geändert hat und dass ich so viel Bock auf Lernen und Weiterentwickeln habe.

Das war nicht immer so. Irgendwie war ich immer abhängig von den äußeren Umständen. Wenn die Feier gut gelaufen war und ich das Gefühl hatte, dass ich Anderen aufgefallen war, dann war ich am nächsten Tag glücklich. Aber irgendwie auch nur solange bis jemand anders eine klitzekleine kritische Bemerkung machte. Ich musste den Anderen gefallen, sonst war ich mir selbst nichts wert. Wie anstrengend das manchmal war – da hatte ich mich wochenlang auf diese eine Feier gefreut, hatte vorher noch ein paar Mal mehr Sport gemacht, mich in der Woche davor besonders gut ernährt und das perfekte Outfit für den Abend geplant – und dann war ich doch nicht glücklich auf der Party.

Ich hatte mich im Voraus nur mit meinem Äußeren beschäftigt, während ich einer gesunden inneren Attitüde gar keine Beachtung schenkte. Klar konnte ich so nicht glücklich sein, das ist mir jetzt bewusst. Und seitdem ich nun mehr Wert auf einen inhaltlich gelungenen Abend lege – damit meine ich gute Gespräche mit Fremden, Spaß am Tanzen haben und nur so viel trinken, wie mir danach ist und nicht so viel, wie es andere von mir erwarten (ob tatsächlich jemals jemand bewusst erwartet hat, dass ich viel trinke?!) – seitdem wache ich am Morgen danach auf und bin glücklich. Ich bin angekommen.

Jede Emotion ist vergänglich und jeder äußere Reiz zieht vorüber. Klar gibt es die äußeren Umstände – und manche Neuigkeiten können einem ganz schön die Laune verderben. Das liegt aber nicht an der Tatsache an sich, sondern dass wir ihr so viel Bedeutung schenken und dass wir sie mit etwas Negativem assoziieren. Umstände sind immer neutral – bis wir ihnen eine Bewertung geben.

Was hilft, wenn ich den äußeren Umständen mal wieder zu viel Einfluss auf meine Emotionen haben lasse?

  • Ich nehme eine Beobachterhaltung ein. Darf ich dir vorschlagen, einen Test zu machen? Beobachte mal, wie oft sich deine Stimmung in den nächsten 24 Stunden ändern wird. Ganz ohne bedeutende Ereignisse wirst du super happy sein, ganz ohne bedeutende Ereignisse wirst du schlecht drauf sein. Versuch, von außen auf deine Emotionen zu schauen und sie nicht zu bewerten. Und dann mach dir bewusst, wie oft deine Stimmung schwankt – und erinnere dich beim nächsten negativen Gedanken daran, wie schnell es dir gleich wieder gut gehen wird.
  • Ich meditiere. Nicht jeden Tag und auch nicht immer besonders lang. Aber ich nehme mir ab und an die Zeit und gönne mir den Raum, einfach mal in mich hineinzuhorchen – und meine Gedanken zu beobachten.
  • Ich versuche mich auf ein „Anliegen“ zu fokussieren. Ich neige ja ehrlich gesagt oft dazu, wenn ich ein Problem vor mir habe, daraus direkt einen ganzen Berg zu machen. Mit meiner negativen Haltung, die ich dem Problem nämlich entgegenbringe, ziehe ich ganz schön viele andere Probleme an – deshalb: ein Problem wahrnehmen, überlegen, was ich dagegen tun kann und dann dies tun. Und danach ein gutes Lied hören und die positive Stimmung wieder zurückholen.
  • Ich höre auf meinen Bauch. Neulich kam ich abends nach Hause und hatte einen ziemlich langen Tag auf der Arbeit hinter mir. Dann wollte ich zum Sport und mir was Gutes tun – hatte aber leider null Energie und war dann noch schlechter drauf als vorher. Ich machte mir etwas zu essen und setzte mich auf mein Sofa – doch die Grummelgedanken wollten einfach nicht verschwinden. Mein Bauch sagte mir eigentlich ziemlich schnell, dass es mir jetzt gut tun würde, mit einer verständnisvollen, mir nahestehenden Person zu telefonieren. Ich rief meine beste Freundin an und danach ging es mir – schwups  – viel besser.

Was auch immer uns im Leben passiert – wir können es nicht beeinflussen. Wir können aber immer beeinflussen, wie wir damit umgehen. Und das ist (mindestens) genauso wertvoll!

 

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