Anziehung

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Wenn man mich nach einer Eigenschaft fragen würde, die mich gut beschreibt, würde ich antworten, dass ich ehrgeizig bin. Dass ich zielstrebig bin.
Das kam hier auf meinen Blog sicher schon ein paar Mal durch und das wissen meine Freunde und das weiß meine Familie. Ich gebe mich selten lange mit einem Zustand zufrieden, was nicht bedeutet, dass ich nicht absolut dankbar bin für das, was ich habe. Aber ich möchte eben immer noch mehr…

Ich weiß noch, wie verbissen ich immer für irgendwelche Ziele gekämpft habe, die ich mir in den Kopf gesetzt habe. Da wollte ich unbedingt beliebt sein. Unbedingt. Ich wollte unbedingt ganz viel Zeit mit Leuten verbringen und Dinge tun, die nach außen gut aussehen. Ich wollte gern jedes Wochenende wo anders cool verbringen, ich wollte in jedes coole Restaurant – am liebsten sofort. Ich wollte den Typen, der mir auf die Party aufgefallen war, umhauen. Am besten jetzt sofort und am liebsten morgen heiraten.

Geduld ist – entgegengesetzt dazu – noch nie meine Stärke gewesen. Ich hasse warten. Ich hasse es, wenn ich mit jemandem verabredet bin und er jedes Mal zu spät kommt. Ich hasse es, wenn ich nicht genau kontrollieren kann, wann ich welche coole Aktivität mache. Ich hasse es manchmal, dass ich (meines Erachtens schon viel zu lange) warten muss, bis irgendwann auch mal der Typ kommt, mit dem es für mich richtig hinhaut.

Wie es sicher gut vorstellbar ist, kann das ganz schön nervenaufreibend sein. Ständig was erzwingen zu wollen und sich damit selber total zu stressen – das ist anstrengend, und das ist unnötig.

Ich weiß noch, wie ich früher wirklich jedes Wochenende verplant habe, damit ja nicht mal ein Wochenende aufkommt, an dem ich nichts zu tun habe. Ich wollte dem Schicksal – oder wie man dieses undefinierbare Etwas auch nennen mag – nicht vertrauen. Ich wollte immer alles in meiner Hand haben.

Das klappte bis zu einem bestimmten Punkt ganz gut. Es gibt aber eben auch Dinge, die kann man eben nicht planen und die kann man leider auch nicht beeinflussen.
Was ist das für ein Kackgefühl, wenn man seit Monaten versucht, dieser einen Person zu gefallen und man verbiegt sich und verrenkt sich – und sie will einen einfach nicht mögen? Da reißt man die coolsten Sprüche (wo ich übrigens ganz schlecht drin bin) und glänzt mit coolen Lebensplänen – immer und immer wieder. Und doch zeigt die Person nicht das kleinste Bisschen Aufmerksamkeit.

Wenn ich sagen würde, dass ich heute geduldig bin, und dass ich mich nicht mehr verbiege für irgendwelche Menschen, dann würde ich lügen. Ich glaub, es ist ganz normal, dass man ab und zu doch ein bisschen cooler tun will als man eigentlich ist, nur damit einen irgendwelche willkürlichen Menschen mögen.

Viel wichtiger ist aber, dass man seinen Weg findet. Dass man sich zu der Person entwickelt, die man sein möchte. Dass man seinen Träumen und Werten nachgeht. Dass man seinem Herzen folgt.

Denn genau dann zieht man auf einmal all die Dinge an, die man sich so lange mit Müh und Not in sein Leben gezerrt hat. Es ergeben sich Möglichkeiten, die man vorher gar nicht in Erwägung gezogen hatte. Durch Zufall lernt man Menschen kennen, die wiederum andere kennen, die uns unserem Ziel ein ganzes Stück näher bringen. Auf einmal landet man durch Zufall in den passenden Momenten in den Cafés, in die man immer mal wollte. Auf einmal zieht man genau die Menschen in sein Leben, die man braucht. Und dann hat man eine ganz andere Ebene zu ihnen, als man es für möglich gehalten hätte.

Weil man sich selbst kennt. Weil man seine Werte kennt. Weil man sich sein wahres Ich zu zeigen traut.

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