Dünnsein ist nicht der Sinn deines Körpers

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Letzte Woche, als ich aus Südafrika kam, bezog ich die Wohnung meiner Freundin Clara. Da sie für einen Monat nach Thailand gereist ist, hat es sich angeboten, und sie hat mir ihr wunderschönes Zuhause für diese Zeit überlassen.

Was mich in den ersten Tagen besonders glücklich gemacht hat (hier nachzulesen), war vor allem eine eigene Küche wiederzuhaben, und die Möglichkeit, wieder mehr auf die Bedürfnisse meines Körpers zu achten.

Nach Wochen des Reisens, in denen es für mich einfach dazu gehört, verschiedene auch nicht so gesunde Speisen zu probieren, mal einen Brownie mehr zu essen und vor allem nicht ganz so regelmäßig zu essen wie hier in Deutschland, hat es mir eine riesige Freude bereitet, im deutschen Supermarkt mal wieder einzukaufen und die Küche auszustatten mit allerlei buntem Obst, Vollkornbrot, Linsen, getrockneten Beeren, Nüssen, und und und. Für mich gehört für ein gutes Wohlbefinden einfach eine ausgewogene Ernährung dazu.

Trotzdem möchte ich euch von einer Situation erzählen, die mich vorgestern ein bisschen aus meinem Gleichgewicht gerissen hat und die mir in den letzten Tagen ganz schön Sorgen bereitet hat.

Am Wochenende war ich in der Heimat und habe einige Bekannte aus Schulzeiten sowie alte Freude wiedergesehen, denen ich länger nicht über den Weg gelaufen bin. Es war wunderbar zu sehen, wie alle sich weiterentwickelt hatten und sich darüber auszutauschen, wo es im Leben mittlerweile hingeht. Auch fühlte ich mich das erste Mal seit Jahren pudelwohl und freute mich sehr über ein paar nette Worte zu meiner „zufriedenen Ausstrahlung“. Denn das ist ein Punkt, an dem ich jahrelang zu knabbern hatte: ich verbot mir immer viel zu viele Nahrungsmittel, als dass ich mich wirklich hätte wohlfühlen können in meinem Körper.

Nun bin ich seit eins, zwei Jahren endlich in meinem Gleichgewicht angekommen. Gönne mir alles was ich will in einem guten Maße, richte mein Leben nicht mehr nur nach meinen Mahlzeiten und fühle mich damit ausgeglichen und zufrieden. Zumindest war das so, bis mich am Montag ein wirklich gut gemeintes Kompliment eines Freundes erreichte: „Übrigens könnte ich wetten, dass ich dich schon mal schlanker gesehen habe, aber nie zufriedener und das fand ich gestern echt toll!“. Baff – da war es. Die Bemerkung vor der ich jahrelang so Angst hatte. Ich meine, mir war schon klar, dass ich im Vergleich zu meinen nicht gerade gesund gehaltenen 55kg zu Schulzeiten nun ein paar Kilo mehr an mir habe – und damit war ich auch fein, immerhin bedeutet das für mich auch hundertmal mehr Lebensqualität! – trotzdem riss mich dieser Satz irgendwie runter. „Denken jetzt alle, ich sei dick geworden?“ „Kann ich jetzt heute Abend überhaupt mit meiner Freundin was essen gehen oder denken dann alle Menschen, die sollte mal lieber ein bisschen weniger essen?“ – schon in diesem Moment, wo ich diese Gedanken niederschreibe, erkenne ich, wie bekloppt sie sind. Glücklicherweise bin ich jetzt in einer Position, in der ich merke, dass der Teufel in meinem Kopf mir mit diesem gefundenen Fressen nun eintrichtern will, dass ich mal lieber 5 oder 10 oder 20kg abnehmen sollte.

Aber lieber Teufel dort oben – nicht mit mir!

„Wenn ich wollte, dass du abnimmst, hätte ich mich gestern zum Buffet neben dich gesetzt und dir das Essen vom Teller geklaut… Neh, aber mal im Ernst: Ich habe die Worte nicht ganz unbedacht gewählt, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass du gelegentlich dazu neigst dir Zwänge aufzuerlegen und ich dir einfach nur mitteilen wollte, dass du unabhängig irgendwelcher Zwänge einfach nur toll warst!“ – boah, was bin ich froh, dass dieser Mensch so offen war für meine komischen Interpretationen und mir einfach nochmal deutlich gemacht hat, dass es wirklich nicht darum ging, mir indirekt einzutrichtern, ich solle mal wieder ein bisschen mehr auf mein Gewicht achten.

Denn er hat Recht: ich neige sehr, sehr gern dazu, mir Zwänge aufzuerlegen. Diese Woche mal kein Zucker, nächsten Monat kein Alkohol und überhaupt – 3 Mahlzeiten am Tag müssen ja bei Weitem genügen. Und immer, wenn ich anfange, mir was zu verbieten, wird es nur noch schlimmer.

Wie ihr merkt, ist dieses Thema einfach immer ein Teil in meinem Leben und umso froher bin ich, welch wunderbare Menschen um mich herum so ein offenes Ohr dafür haben und mich begleiten auf meinem Weg zu einem gesunden Körpergefühl.

Als ich gestern mit meiner besten Freundin telefonierte und auch ihr von den essgestörten Gedanken in meinem Kopf erzählte, fand sie genau die richtigen Worte: „Kira, es bringt nichts, dir jetzt das Stück Schokolade zu verbieten. Damit gibst du deinem Kritiker nur noch mehr Energie und dein Körpergefühl leidet noch mehr darunter. Es gilt jetzt wieder ein gesundes Gefühl für deinen Körper zurückzuerlangen!“ Und genau darum geht es: dass wir uns vielseitig ernähren, weil wir unserem Körper etwas Gutes tun wollen. Dass wir uns bewegen, weil wir dadurch viel glücklicher und leistungsfähiger durch den Alltag gehen. Dass wir uns gesund ernähren, weil wir durch all das gute Essen strahlen und glücklich sind und unseren Alltag unbeschwert meistern.

Essen ist nämlich nicht dafür da, es sich zu verbieten oder darauf zu verzichten, sondern uns zu füttern mit all der Energie, die wir brauchen, um ein ausgewogenes Leben zu führen und uns weiterzuentwickeln. Und da spielt es dann auch keine Rolle, ob wir 5 Kilo mehr oder weniger auf die Waage bringen. 🙂

 

PS: Und weil es so schön ist, hier noch ein paar Inspirationen von meinem Seelenessen, was mich Tag für Tag zufrieden macht.

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Ich liebe es, diese Gedanken mit dir teilen zu können.
Danke,

deine Kira

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hallo Kira, deinem wundervollen und wichtigen Artikel ist nichts beizufügen. Du hast alles gesagt. 🙂
    Danke dafür…
    Viele Grüße
    Michaela

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    1. Kira sagt:

      Vielen Dank, liebe Michaela! ❤

      Gefällt 1 Person

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