Kennst du dein Warum?

Montagmorgen, 7 Uhr. Ich wache auf und will sofort aufstehen. Ich freue mich auf diesen neuen Tag!

Morgens aufwachen und voller Energie sein anstatt noch halbverschlafen zum Bus zu rennen, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, das wünscht sich, glaube ich, jeder. Was machen Menschen, denen es so geht, anders, als jene, die man gern als Morgenmuffel bezeichnet?
Ich glaube, sie kennen ihr Warum.

Unser Leben, das wird so viel schöner, wenn wir einen Punkt haben, auf den wir hinarbeiten; wenn wir ein Wieso haben, dass uns innerlich stabilisiert.

Ein Warum, das kann, aber muss kein persönliches Ziel sein. Ein Warum kann auch deine Familie sein oder ein ganz besonderer Mensch, den du so sehr liebst, dass du ihm deinen Sinn im Leben schenkst. Vielleicht bist du aber noch, wie ich, an einem Punkt, an dem du dich selbst noch so sehr entwickelst, dass du dein persönliches Warum kennen möchtest.

In diesem Fall kann es sehr gut für dich sein, wenn du ein Ziel vor Augen hast, auf das du hinarbeitest. Ist es der Halbmarathon, den du unbedingt einmal im Leben laufen wolltest? Willst du diesen einen Studienplatz unbedingt haben? Oder willst du vielleicht einen bestimmten Song auf Gitarre spielen können, obwohl du bisher möglicherweise noch nie Gitarre gespielt hast? Willst du auf Arbeit dieses eine Projekt gut abschließen?

Sich Ziele zu stecken, hat zum einen den Vorteil, dass wir motiviert und mit einem Antrieb durchs Leben gehen und sorgt außerdem noch dafür, dass wir uns immer weiter entwickeln.

Gerade in Zeiten, in denen wir viel Energie in Uni- oder Arbeitsangelegenheiten stecken, ist es so wichtig, die privaten Interessen nicht fallen zu lassen und sich auch persönlich weiterentwickeln zu wollen.

Spanisch lernen, Longboard fahren lernen, eine neue Bestzeit laufen wollen, vielleicht auch nur ein Fotoalbum basteln – alles, was ein konkretes Ziel hat, ist gut für uns 🙂

Und dabei zählt es nicht, wie schnell wir dieses Ziel erreichen, sondern dass wir dran bleiben und merken, dass wir für etwas brennen. Es zählt, dass wir einen Grund haben, morgens früh aufzustehen – auch wenn kein Termin ansteht.

Als ich mich Anfang des Jahres dazu entschlossen habe, meinen Job zu kündigen, um im Oktober einen Master zu beginnen, da war mir noch nicht so ganz klar, was ich mit diesem Sommer anfangen würde. Sechs Wochen Südafrika am Anfang, die waren sicher, aber alles was danach kommen würde, stand noch in den Sternen.

Irgendwas in mir vertraute jedoch darauf, dass es gut werden würde, und dass diese Intention, die Entscheidungen so zu treffen, richtig sei. Und ehrlich gesagt: sie war vollkommen richtig und es hat sich in den letzten Wochen so viel ergeben, wofür ich die Zeit jetzt brauche.

„Was machst du jetzt eigentlich den ganzen Tag?“

Wenn ich die Frage höre, werde ich manchmal ein bisschen wütend. Nicht auf den Menschen, der sie stellt, sondern viel mehr auf unser allgemeines Denken, dass man nur „richtig lebt“ und vorankommt, wenn man einen Job hat, zur Uni geht oder zur Schule geht.

Es gibt so viele wunderschöne Dinge, die wir erleben können. Sei es das Reisen, sei es ein Instrument lernen, sei es einen Hund großzuziehen oder sei es einfach nur, seine Interessen zu entdecken. Ich finde, dass die Zeit, die wir für solche Dinge haben, im „normalen deutschen Alltag“ manchmal viel zu kurz kommt. Und es gibt bestimmte Dinge, die kann man nur erreichen, wenn man ihnen aus ausreichend Zeit widmet.

Ich habe eine endlose Liste mit Dingen, die ich diesen Sommer gern erleben oder erreichen möchte. Spontan hat sich sogar ergeben, dass ich einen Großteil meiner Zeit im wunderschönen Hamburg verbringen kann. Und ich habe bisher jede Sekunde hier genossen, habe jedes Wochenende so sehr ausgekostet wie nur möglich und trotzdem komme ich meinem persönlichen Ziel näher.

Aktuell verbringe ich jeden Tag am Schreibtisch und lerne. Und ehrlich gesagt, hat mir noch nie in meinem Leben Lernen so viel Freude bereitet. Denn das, wofür ich lerne, ist ein Traum von mir und es gibt gerade nichts, was ich mir sehnlicher wünsche. Das heißt natürlich, dass ich ganz schön tief fallen kann, wenn dieser Traum nicht in Erfüllung geht. Das heißt aber auch, dass ich (für diesen Moment) das gefunden habe, was meinem Leben das Leuchten gibt und wofür ich meine Zeit unglaublich gern investiere.

„Ten years from now, make sure you can say that you chose your life, you didn’t settle for it!“

Ich liebe dieses Zitat – einfach, weil es mich immer wieder zurückholt von Zweifeln, wenn ich mal wieder denke, dass die ganze Mühe vielleicht umsonst ist oder dass ich ja auch einen einfacheren Weg gehen könnte. Einfach mal an einem Ort bleiben, einen festen Job für ein paar Jahre haben, einen Freundeskreis über längere Zeit aufbauen – darauf freue ich mich so sehr! Aber jetzt ist für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt. Jetzt ist mein Warum ein Anderes 🙂

Kennst du dein Warum?

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hallo Kira, du schreibst mir aus der Seele. Du hast vollkommen recht, das ein Leben heutzutage hauptsächlich am Brötchenverdienjob gemessen wird, oder am Absolvieren einer Ausbildung oder Studiums. Ich persönlich sehe es anders, denn wer das tut, was er liebt, muss nie wieder arbeiten. 😉
    Meine Wieso´s sind vielfältig und ich bereue keinen Tag, aus meinem herkömmlichen, gesicherten Hamsterrad (Bürojob) ausgestiegen zu sein, um mir meinen Lebenstraum zu verwirklichen. Morgens quäle ich mich nicht mehr aus dem Bett, denn ich freue mich auf die täglichen Herausforderungen, die ich mir ausgesucht habe. Es ist nicht immer alles rosig, aber ich traf bewusst die Entscheidung, also stehe ich dafür – selbstbewusst – ein.
    Ich liebe das Schreiben und die Prävention, weil ich den Menschen etwas von mir vermitteln kann. Zudem lerne ich meine Grenzen kennen und darf mich immer wieder neu erfinden. Allein das reicht aus, um zu behaupten, ich mache das Richtige, auch wenn es nur wenige verstehen können. Es geht nie um die anderen. An erster Stelle sollte immer man selbst mit seinen Wünschen und Träumen stehen, die ein Recht auf Erfüllung haben.
    In dem Sinne… Weiter so und dir viel Erfolg beim Ausleben deiner Wieso´s. 🙂
    Viele Grüße
    Michaela

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    1. Kira sagt:

      Liebe Michaela,

      vielen Dank für dein Feedback! Ich sehe das ganz genauso wie du, und finde es super schön, mich mit Menschen auszutauschen, die ebenso einen „unkonventionellen“ Weg gegangen sind.
      Vor allem freut mich sehr, dass du deinen Weg bisher keine Sekunde bereut hast! Das Leben ist viel zu schön, um nicht happy zu sein!

      Alles Liebe 🙂
      Kira

      Gefällt 1 Person

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