Vom Glück des Blühens

„Wenn du blühst, dann blüht alles um dich herum. Dann blüht deine Umgebung, dann blühen deine sozialen Beziehungen, dann blüht dein Leben.“

Blühen. Flourishing. Ein ganz zentraler Begriff in der Positiven Psychologie. Warum? Weil genau dieses Blühen zu einem wahrhaftig schönerem Leben führen kann.

Hinter dem Konzept des Flourishing steht ein bekanntes Leitbild: mit allen positiven Gedanken, die du hast, konstituierst du positive Energie. Und positive Energie ist das Magnetfeld, durch das du positive Ereignisse in dein Leben ziehst.

Es klingt so einfach: wenn wir in einem glücklicheren Zustand sind, handeln wir erfolgreicher. Und das kommt nicht ganz von ungefähr: wenn wir in einem zufriedenen Zustand sind, haben wir eine viel breitere Wahrnehmung. Wenn uns zum Beispiel ein Problem bevorsteht, sind wir in der Lage, das Große und Ganze zu betrachten. Wenn wir jedoch voller Angst sind, steigern wir uns oft in einen Aspekt hinein, und versuchen stur nur gegen diesen anzukämpfen. Im Kampfmodus sind wir nicht erfolgreich.

Ein weiterer Vorteil des Blüh-Zustands ist, dass wir uns einfach mehr zutrauen. Wenn wir zufrieden mit uns sind und glücklich durch unser Leben gehen, dann wagen wir viel mehr mutige Schritte. Wir schmeißen uns in Unsicherheiten, weil wir uns stark fühlen. Und dadurch, dass wir uns trauen, uns in ungewohnte Umgebungen oder Situationen zu begeben, erleben wir erst Wunder. Denn wir wachsen ja erst, wenn wir neue Hürden überwinden.

Verbunden mit dem Konzept des Flourishing möchte ich dir gern das Konzept des „Flow“-Gefühls vorstellen. In der Psychologie bezeichnet man damit jenen Zustand, in dem man in absoluter Vertiefung in einer Tätigkeit völlig aufgeht. Ein Mensch, der sich im Flow befindet, ist komplett fokussiert auf die Tätigkeit, der er gerade nachgeht, sodass er alles um sich herum, unter anderem auch Zeit, Sorgen, Körpersignale vergisst. Dabei kommt es nicht mal auf das Ergebnis seiner Tätigkeit an: in diesem Moment ist der Weg das Ziel.
Ich zum Beispiel erlebe ein Flow-Gefühl beim Schwimmen. Wenn ich ins Wasser eintauche, dann konzentriere ich mich auf jeden Schwimmschlag und bin eins mit dem Wasser, das mich umgibt. Dann denke ich für diesen Moment in keinster Weise an Dinge, die mich vorher noch beschäftigt haben. Für viele Menschen gibt es dieses Flow-Gefühl auch bei der Arbeit. Nicht umsonst gibt es viele Erwerbstätige, die bis 23 Uhr im Büro oder Labor sitzen, und sich danach trotzdem völlig erholt fühlen. Das ist nämlich das Tolle am Flow-Gefühl: wir sind genau in Balance zwischen Anspannung und Entspannung und fühlen uns daher direkt danach so entspannt wie sonst selten.

Wie aber erkennen wir Tätigkeiten, in denen wir ein Flow-Gefühl entwickeln, und wie können wir es schaffen, öfter in den Zustand des Flourishing zu kommen?

Hier hilft am Allerbesten das regelmäßige Notieren von Glücksmomenten. Damit wir erkennen, welche Aktionen uns gut tun und in einen Modus des Blühens versetzen, müssen wir regelmäßig reflektieren. Mir hilft es enorm, jeden Abend aufzuschreiben, in welchen Momenten ich am heutigen Tag besonders glücklich war. Was habe ich getan? Wieso habe ich das getan? Oft kann es auch helfen, solche Tätigkeiten direkt festzuhalten, nachdem wir sie ausgeübt haben. So ist garantiert, dass wir sie nicht wieder vergessen.

Warum sollte ich mir so viel Mühe machen, um in einen Flow- oder Flourishing-Modus zu kommen?

Am Anfang erfordert diese Reflexion natürlich Mühe und Geduld. Nicht selten dauert es eben ein bisschen, bis wir erkennen, in welchen Aufgaben wir völlig aufgehen. Außerdem wird uns in unserer Gesellschaft oft indoktriniert, dass der schönste Zustand  der faule Zustand ist, in dem wir nichts machen müssen. Tatsächlich ist aber nachgewiesen, dass wir eine gewisse Anspannung oder Aufgabe brauchen, um wirklich zufrieden zu sein, sonst fühlen wir uns schnell sinnlos.
Zurück aber zur eigentlichen Frage: wie ich am Anfang dieses Blogeintrages bereits erklärt habe, ziehen wir durch einen positiven Zustand noch weitere positive Ereignisse in unser Leben. Wer dankbar ist, dem widerfahren weitere Ereignisse, für die er dankbar sein kann. Um die Aktivitäten zu finden, die dich glücklich machen, scheue dich nicht, eine möglichst große Palette an Aktivitäten auszuprobieren. Oft ist es nämlich gar nicht so offensichtlich, in welchen Beschäftigungen wir so richtig aufgehen.

Auf jeden Fall kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass es sich lohnt, den eigenen Tag zu analysieren. Sobald du weißt, was dir richtig gut tut, hast du die Möglichkeit, jederzeit darauf zurückzugreifen und somit noch viel mehr Positivität in dein Leben zu ziehen. Und das ist es wohl alle Male wert, oder? 🙂

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. So schön und so wahr! Ich finde auch, dass es sich lohnt, ein Glückstagebuch zu führen. 🙂

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  2. Fledermausmama sagt:

    Damit begann ich dieses Jahr aus einer Depression heraus.
    Ich bin glücklich, und ich vertraue.

    Ps: Mich stört dass ich den Namen nicht aussprechen kann… Flourishing^^

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    1. Kira sagt:

      Das klingt so schön!
      Und ja, das kann ich so gut verstehen 😀

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