Intuition: deine Superkraft

Es gibt da etwas, was dich immer auf den richtigen Weg führt. Was dir die richtigen Entscheidungen nahelegt, was dich zu deinem Wohlfühlgewicht führt, was dich glücklich machen kann. Nein, dieses Etwas ist keine Pille und auch kein Ratgeber. Dieses Etwas kannst du nicht kaufen, denn es ist bereits in dir: deine Intuition.

Früh in unserem Leben wird uns beigebracht, dieser Stimme nicht mehr zu gehorchen: „Du kannst jetzt nicht schon wieder Hunger haben.“ „Ach komm, iss den Teller doch auf! Dieser kleine Rest…“ „Stell dich nicht so an, das kann gar nicht so weh tun“.

Auch im späteren Alter, also als Heranwachsender, in deinen jungen Erwachsenenjahren wurde deine Intuition in Frage gestellt. „Meinst du wirklich, dass dieses Studium was für dich ist? Mach doch lieber XY!“ „Willst du wirklich nach Afrika reisen? Denk doch an deine Ausbildung und außerdem ist es ganz schön gefährlich dort!“

Tagtäglich geht es so weiter „Iss jeden Tag Salat zum Mittag und du wirst schlank!“ „Ein Cheattag pro Woche ist viel besser zum Abnehmen als regelmäßiger Süßigkeitenkonsum“ „Willst du wirklich diesen Job kündigen? Was machst du denn dann? Stell dir mal vor, du findest dann keinen Job mehr!“

Und dann noch unser eigener Kopf: „Eigentlich hab ich ja kein gutes Gefühl dabei, am Wochenende XY zu besuchen, aber ich hab es ihr ja versprochen…“ „Eigentlich fühle ich mich nicht gut dabei, dieses Kleid jetzt zu kaufen, aber was ist, wenn ich kein anderes mehr finde?“ „Eigentlich würde ich ja sooo gern jetzt ein Eis essen, aber das passt so gar nicht in meine Detoxwoche gerade!“

Worum auch immer es geht, ich glaube, jeder von uns kennt diesen Konflikt, zwischen dem was wir eigentlich fühlen, und dem, von dem uns unser Kopf einreden will, dass es sinnvoller ist. Vorsichtig sein! Vorausschauend denken! Lieber die günstigere Version nehmen!

Diese ganzen Glaubenssätze, die wir uns im Laufe unseres Lebens eingeredet haben, haben natürlich einen Sinn. Entweder schützen sie aus evolutionären Gründen oder wir haben einfach ein paar Mal die Erfahrung gemacht, dass sie sich als gut beweisen. Natürlich ist es gut, dass wir wissen, dass eine Reise nach Afrika gefährlich sein könnte und daher im Voraus ein paar Dinge beachten. Natürlich hat sich schon das ein oder andere Mal bewiesen, dass es gut war, sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen.

Allerdings sind auch in unserer Intuition Erfahrungen verankert, denen wir uns vielleicht gar nicht mehr so bewusst sind. Ein Beispiel, das mich immer wieder begleitet: auf Feiern oder Anlässen mit Essen vom Buffet neige ich oft dazu eine Alles oder Nichts-Attitüde zu entwickeln. „Wenn ich mir heute schon das ganze ungesunde Zeug gönne, was ich mir sonst nicht erlaube, dann ess ich alles, was sonst nicht geht. Ab morgen dann wieder gesund…“ Und dann stehe ich da am Buffet, nach dem 3. Mal Gehen, und kann eigentlich gar nicht mehr. Meine Intuition sagt mir: Stop Kira, das brauchst du gerade gar nicht mehr. Aber mein Kopf sagt mir: „Du weißt doch, wenn du eh cheatest, ist es egal, wie viel und was. Das ist doch viel besser, um auf deine Figur zu achten!“ Und dann geh ich am Ende nach Hause, mit unendlichen Bauchschmerzen und Selbstvorwürfen.

Gleiches Spiel bei H&M. Eigentlich brauche ich dieses Shirt für 3€ nicht, auch wenn es noch so günstig ist. Es fühlt sich nicht gut an, weil ich weiß, dass dann mein Schrank wieder zum Überquillen voll ist, und ich jeden Morgen heftig genervt und überfordert bin. Mein Kopf aber: „Kira, überleg doch mal, es sind doch nur 3€! Das musst du doch mitnehmen!“ Der Glaubenssatz, der dahinter steckt, ist möglicherweise folgender: Ich möchte mir nichts Teures gönnen, denn das hab ich ja nicht verdient. Dann reicht am Ende des Monats mein Geld wieder nicht und dann war ich wieder zu blöd zum Kalkulieren. Daher kaufe ich jetzt lieber das billige Shirt und bin auf Nummer sicher.

Es gibt unzählige dieser Situationen, in denen ich meine Intuition ausschalten will, weil ich einfach gelernt habe, „schlau zu denken“. Ehrlich gesagt macht mich das aber nur selten richtig glücklich.

Seit knapp einem Jahr versuche ich in vielerlei Hinsicht vermehrt auf meine Intuition zu hören. Wenn mein Gefühl mir sagt, dass ich das jetzt nicht kaufen soll, dann kaufe ich es nicht. Wenn mein Gefühl mir sagt, dass ich lieber nicht zu dieser Party gehe, weil mir viel mehr nach einem ruhigen Abend ist, dann tue ich das nicht. Wenn mein Körper nach Schokolade schreit, dann gönne ich ihm Schokolade. Und wenn mein Körper nach einem halben Teller satt ist, dann dresche ich mir auch nicht den Rest rein, nur um vielleicht länger satt zu bleiben. Wenn ich einen Zug buchen will, und es fühlt sich nicht gut an, Donnerstag abends schon zu fahren, obwohl es viel günstiger ist als freitags, dann tue ich das nicht. Das Spiel könnte ich noch ewig spielen…

Klar, ist es nicht immer einfach, genau zu erkennen, was mir meine Intuition sagen möchte. Und man könnt jetzt dagegen ansteuern, dass manche ja nicht so viel Geld zur Verfügung haben, und deshalb mehr rational drauf achten müssen. Man hat mir auch gesagt, dass ich in London nicht studieren kann, denn „das könne sich ja keiner leisten“. Meine Intuition hat mir aber gesagt: ich kann das, und auch, wenn ich hier nicht lebe wie Gott in Frankreich, klappt es bisher super gut.

Ich glaube, dass man mit jeder Entscheidung, die man trifft, Energie sendet. Und ich glaube, dass unsere Intuition ziemlich genau weiß, wohin wir Energie senden müssen, damit es uns gut geht. Ich glaube, dass unsere Intuition ein wahrliches Wunderwerk ist und uns immer den rechten Weg zeigt, wenn wir ihr Respekt zeigen. Denn letztlich liegt alles, was wir wissen müssen, in uns. ❤

„There is a voice, that doesn’t use words. Listen.“ (Rumi)

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tatjana sagt:

    Ein herrlicher Text und ein wichtiges Thema, merke ich gerade. Ich finde es auch so unheimlich traurig, wie uns mit der Zeit die natürliche Intuition abhanden kommt. Das merke ich bei mir andauernd. Irgendwie habe ich das Gefühl, etwas zu wollen, aber dann zerdenke ich es und will es doch lieber nicht – oder wollte ich es schon von Anfang an gar nicht und habe mir nur eingeredet, es zu wollen?? Merfghdjfdkl Das ist so verwirrend. Ob man das wohl wieder aufbauen kann?

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    1. Kira sagt:

      Liebe Tatjana,

      danke für dein tolles Feedback! Ich glaube, dass es möglich ist, seine Intuition wieder „aufzubauen“, allerdings muss man dafür Geduld und vor allem viel Mitgefühl sich selbst gegenüber aufbringen. Ich glaube aber auch, dass es das auf jeden Fall wert ist!

      Alles Liebe,
      Kira

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  2. Any | Echo Of Magic sagt:

    Was für ein ganz wunderbarer Beitrag und damit hast du so recht! Gerade in deinem dritten Absatz musste ich zustimmend mit dem Kopf nicken. Ich habe dazu den Beitrag geschrieben:http://echo-of-magic.de/2017/08/16/das-ist-nicht-mein-traum/ Vielleicht magst du ja mal vorbei schauen, ich würde mich riesig freuen. 🙂
    Ich glaube oft versuchen wir es allen recht zu machen, wobei wir dabei das wichtigste vergessen – uns selbst. Denn im Grunde sind wir die einzigen, denen wir es recht machen müssen.
    Hab einen wunderbaren Tag!
    Liebst,
    Anika

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    1. Kira sagt:

      Liebe Anika,

      danke auch dir für deine tolle Rückmeldung!
      Ich sehe es ganz genauso wie du. Wir leben nicht für unsere Umwelt und dazu passt wie ich finde dieser bekannte Spruch nur zu gut: „You can’t pour from an empty cup“!
      Ich werde gleich mal bei dir vorbeischauen 🙂
      Auch dir wünsche ich einen wundervollen Tag!

      Alles Liebe,
      Kira

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