Was dein Herz höher schlagen lässt

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Früher habe ich feiern gehen geliebt. Dachte ich.
Gestern war ich das erste Mal hier in London richtig aus und, ganz ehrlich, es gibt mir nichts mehr. Ich liebe zwar tanzen, aber dieses „Wer macht heute wen klar?“ nervt mich. Ähnlich das Thema Alkohol: so ein schönes Glas Wein mag ich, aber mehr tut mir nicht gut. Ich werde komisch emotional, verändere mich zu einer anderen Person, und am nächsten Tag geht es mir eh nur schlecht.

Klar, kann man auch feiern gehen, ohne viel zu trinken oder einfach nur um Spaß mit seinen Freunden zu haben, aber irgendwie bevorzuge ich mittlerweile lieber einen gemütlichen Abend gemeinsam mit guten Gesprächen.

Habe ich mich so verändert oder war mir früher einfach nicht klar, was mir wirklich gut tut? Es gibt so viele Unternehmungen, die früher meine erste Wahl waren, wenn ich einen freien Tag hatte, die mir jetzt einfach nicht mehr gut tun. Zum Beispiel shoppen: ich habe es früher geliebt, zum Beispiel mit meiner Mama oder einer Freundin oder auch allein ewig durch die Stadt zu schlendern und neue Klamotten waren immer eine meiner bevorzugten Belohnungen. Seitdem ich minimalistischer lebe, und nur noch eine begrenzte Zahl an Klamotten in meinem Kleiderschrank habe, bringt mir shoppen gehen gar keinen Spaß mehr. Ich weiß, dass es eh nur negative Emotionen mit sich bringt, wenn Chaos in meinem Kleiderschrank herrscht oder ich keinen Überblick mehr darüber habe, was ich eigentlich alles besitze. Außerdem ist es für mich aktuell immer eine totale Reizüberflutung, wenn ich in der Stadt bin. Am Montag war ich zum Beispiel hier in London das erste Mal auf der Oxford Street, ich habe nach Ankle Boots und neuen Kopfhörern gesucht, beides nicht gefunden und war dazu nach 2 Stunden von Laden zu Laden schlendern mit meinem Energielevel am Ende.

Jetzt kann dadurch natürlich eine Lücke entstehen, wenn die Dinge, die einem früher Spaß gemacht haben, nicht mehr gut tun. Ich habe für mich aber andere Aktivitäten entdeckt, die mir mittlerweile viel mehr Freude bringen. Lesen, spazieren gehen, Sport, in der Natur sein, kochen, schreiben. Da ich eher ein introvertierter Mensch bin, macht das ja auch Sinn. Ich lade meine Batterien am besten durch Zeit mit mir allein oder mit Herzensmenschen auf.

Wenn ich zurückschaue, dann stelle ich mir die Frage, ob ich mir viel verschossene Energie aufheben hätte können, wenn ich früher schon angefangen hätte, das zu tun, was mir gefällt, anstatt das, was anderen gefallen könnte. Jeder liebt doch shoppen. Jeder liebt doch feiern. Du wirst nur akzeptiert, wenn du das gern machst, was alle anderen auch gern machen. Aber das ist Blödsinn! So richtig viel kann man anderen nur geben, wenn man sich selbst gut kennt, wenn man seine Stärken und Schwächen und seine Leidenschaften lebt.

Ich bereue nicht, dass ich so viele Jahre so oft feiern und so oft shoppen war. In dem Moment hat es mich ja auch irgendwie zufrieden gemacht. Aber ich bin unendlich froh, mittlerweile viel mehr das zu tun, was mir wirklich Lebensfreude und Energie gibt. Und seitdem ich angefangen habe, das auszuleben, habe ich auch viel mehr Menschen mit ähnlichen Interessen in mein Leben gezogen. Und diese verurteilen mich sicher nicht für meine „komischen“ Leidenschaften.

Ich schicke dir Liebe und hoffe, dass du ein wundervolles Wochenende verbringst, mit dem, was dir wirklich gut tut. ❤

Deine Kira

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Any | Echo Of Magic sagt:

    Was für ein schöner und vor allem wahrer Beitrag! Ich muss sagen, dass ich viel seltener ausgehe. Ich genieße es auch einfach zuhause zu sein, das habe ich früher schon immer. Ab und an freue ich mich auch einfach darauf ausgelassen zu tanzen. Dann ist es mir ganz egal, was die anderen um mich herum tun. Ich tanze einfach und das macht einfach so unheimlich viel Spaß! 🙂
    Hab ein wunderbares Wochenende!

    Liebst,
    Any | Echo Of Magic

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    1. Kira sagt:

      Liebe Any,

      danke für dein tolles Feedback.
      Das klingt nach einer wunderbaren Balance –
      sehr inspirierend für mich!

      Ich wünsche dir ebenfalls ein tolles Wochenende!
      Kira

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  2. Oh, wie gut ich das nachvollziehen kann – finde mich in jedem Abschnitt wieder und zum Glück auch im Letzen- man verändert sich, genießt nun mehr, hat andere Leiden..hm..Leiden! schaften.. nöö. ich habe nun andere Hobbies, Prioritäten und auch ein anderes Umfeld 😉 – Glg Herta

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    1. Kira sagt:

      Liebe Herta,

      danke für deine Rückmeldung! So schön, dass es auch dir so geht 🙂
      Ich habe auch kurz darüber nachgedacht, das Wort „Leidenschaft“ mit Hobby auszutauschen, aber irgendwie hat mir das Wort „Hobby“ nicht genug ausgedrückt, wie sehr ich diese Dinge liebe. Für mich immer wieder spannend, wie unterschiedliche Ausdrücke auf verschiedene Menschen wirken!

      Hab einen tollen Start in die Woche, ich freu mich, dass du hier bist!
      Kira

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      1. Oh- Herrlich! Finde ich nun extra grandios 😀 Glg, danke und auch dir nen wundervollen Start und nen entspannten Abend!

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