Vergänglichkeit

Ich befinde mich in 7000 Metern Höhe, als ich diese Zeilen schreibe. Schon fast ein Monat ist vergangen, seitdem ich das letzte Mal einen Blogpost veröffentlicht habe. In dieser Zeit ist viel passiert. Viel Schönes, aber auch viel Trauriges. Viel Lautes, aber auch manches Leises.

Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt, vorn voran: alles ist vergänglich. Nichts bleibt für immer. Die einzige Konstante ist Veränderung.

Geht es mir noch so schlecht, geht das vorbei. Geht es mir noch so gut, geht auch das vorbei. Habe ich eine besonders kreative Phase, geht diese vorbei. Habe ich eine eher ruhige Phase, geht auch diese vorbei. In den letzten Wochen, da war ich fünf bis sieben Mal die Woche beim Sport. Auch das geht vorbei. Und dann kommen wieder Phasen, in denen ich durch Ruhe auftanke.

Ist Veränderung etwas Schlechtes? Durch mein Studium, aber auch privat, beschäftige ich mich im Moment viel mit Buddhismus, Achtsamkeit und Transzendenz. (Unbedingt empfehlen möchte ich dir dafür die Bücher von Pema Chödrön!) Laut Buddhismus sind Vergänglichkeit und Leiden unumgänglich. Klingt auf den ersten Blick erstmal irgendwie negativ, zumindest wenn wir mit unserer westlichen Einstellung daran gehen, dass alles irgendwie gut sein muss. Ich glaube mittlerweile, dass uns diese Prinzipien helfen, unser Leben in wirklicher Fülle zu leben. Es gibt keine große Freude, wenn wir nicht vorher in irgendeiner Form gelitten haben, und wir würden auch nichts wertschätzen, wenn es für immer so da wäre, wie es ist. Wenn der Winter vorbeigeht, freuen wir uns auf den Sommer. Wenn der Sommer vorbei ist, freuen wir uns auf den Winter.
Vergänglichkeit macht das Leben nicht nur tiefer, sondern auch spannender. Sich selbst in verschiedenen Facetten kennenlernen, das ist doch wunderbar. Ja, ich kann das Mädchen sein, dass regelmäßig meditiert, und extrem viel liest und früh ins Bett geht. Und gleichzeitig bin ich das Mädchen, dass es in manchen Phasen liebt, auszugehen, zu tanzen, von vielen Menschen umgeben zu sein. Ich kann hauptsächlich vegan essen, weil es meinem Körper und meiner Seele so gut tut, aber ich kann mir auch mal eine Pizza mit ordentlich Käse gönnen, wenn etwas in mir doch danach schreit. Ich kann die Freundin sein, die viel wert darauf legt, eine liebevolle Beziehung so ihren Freunden zu haben und sich ehrlich kümmert, und trotzdem kann ich auch mal egoistisch sein und mich an erste Stelle packen.
Es geht nicht darum, ein Ideal abzubilden, oder immer “perfekt” zu handeln. Veränderung, und Phasen, machen das Leben erst lebenswert. Wenn wir wieder etwas mehr über uns selbst herausfinden, oder vielleicht die gleiche Situation zum xten Mal durchleben, dann stärken wir unsere Persönlichkeit.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach Selbstakzeptanz und Selbstmitgefühl. Sich selbst erlauben ALLES zu sein. Dem Leben zu erlauben ALLES zu erleben. Der Seele erlauben ALLES zu fühlen. Denn erst dann sind wir vollständig.

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