Neugierde

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Ein Jahr ist es her, dass ich das letzte Mal am Schreibtisch im wunderschönen Hamburg saß. Der 31. März 2017 war der Tag, an dem ich das letzte Mal das Büro meines damaligen Arbeitgebers betrat. Seitdem ist ganz schön viel passiert.

Ich saß heute Mittag im Bus zur Arbeit im Londoner Stadtteil Barking, als mir dieser Gedanke in den Kopf stieß. „Wahnsinn, schon ein Jahr!“. Gleich darauf kamen mir Unmengen an Bildern in den Kopf, Bilder von wunderschönen Momenten aus dem letzten Jahr. Ich dachte kurz darüber nach, einen kleinen Recap zu schreiben, über all das, was ich seitdem erlebt habe, doch dann kam ich schnell wieder davon ab, weil ich ja bereits hier relativ ausführlich davon erzählt habe. Viel mehr ließ ich meine Gedanken dahin gleiten, was diese Zeit seitdem so einzigartig gemacht hat, und vor allem, was mich in diesem Jahr verändert hat.

Der entscheidende Faktor, der mich damals davon überzeugte zu kündigen, war meine Intuition. Irgendwas in mir drin war hungrig nach mehr, nach Erkunden, nach Erleben, nach Neuem. Ich wusste damals ja gar nicht so genau, was mich nach meinem letzten Arbeitstag erwarten würde, aber irgendwie wollte ich dieses Ungewisse mal ausprobieren. Ich wollte lernen dem Leben zu vertrauen und mich hinzugeben, und dann einfach mal sehen, was passiert.

Seitdem ist ganz schön viel Gutes passiert. Ich habe nie vorher so viel neue Ecken der Welt entdeckt und so viele tolle Menschen kennengelernt und ich habe noch nie so viel über mich selbst gelernt. Aber wie kam es dazu?

In diesem Jahr habe ich gelernt, öfters einfach mal Ja zu sagen, um dann zu sehen, was daraus resultiert. Ich habe gelernt, dass es für mich das größte Glück ist, neue Dinge ausprobieren, über neue Bereiche zu lernen, neue Perspektiven zu erkunden.
Nach Hamburg kam Südafrika. Nach Südafrika kam nochmal Hamburg, kam Frankreich, kam Spanien, kam London. Jeder dieser Orte hat mir so unfassbar viel gegeben. Und seitdem ich in London bin, wird meine Neugierde auf Neues nur größer. Ich habe unfassbar tolle Kommilitonen, von denen ich viel lernen kann. Ich gehe regelmäßig auf Workshops, Talks und Konferenzen und lasse mich inspirieren. Ich probiere neue Sportarten aus, habe das Tanzen für mich wiederentdeckt. Die Flexibilität des Studiums gibt mir die Möglichkeit, mich noch mehr selbst zu entdecken und vor allem herauszufinden, was mich wirklich zum Strahlen bringt.

Ich glaube, dass etwas in mir drin damals wusste, dass genau das auf mich warten würde, und dass es genau das ist, was ich brauchte. Das Leben ist so unfassbar facettenreich, und ich finde, dass es viel zu schade ist, um die ganze Zeit nur das zu tun, was ich schon immer tue. Daher möchte ich in Zukunft weiter neugierig bleiben, weiter hungrig bleiben nach mehr, weiter Ja sagen zu Sachen, bei denen ich gar nicht weiß, ob ich sie mag. Ich möchte offen sein für Menschen und ihre Geschichten und für neue Perspektiven und für Veränderungen.

Ich bin neulich durch Zufall auf etwas gestoßen, dass mich seitdem nicht mehr loslässt: „Your 20’s are your selfish years. It’s a decade to immerse yourself in every single thing possible. Be selfish with your time, and all the aspects of you. Tinker with shit, travel, explore, love a lot, love a little, and never touch a ground.“ Und ich glaube, das ist so wahr. Es geht nicht darum, unbewusst durchs Leben zu rennen & keine Rücksicht auf Andere zu nehmen. Aber es geht darum, dass dieses Leben unsere Chance ist, um zu entdecken, was wirklich hinter unserer Fassade steckt.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tatjana sagt:

    Ich finde die Einstellung, dass die Zwanziger das Jahrzehnt der Experimente (und der Fehler und Lektionen?) sind, total beruhigend…

    Gefällt 1 Person

    1. Kira sagt:

      Ohja, das geht mir auch so, liebe Tatjana!

      Gefällt 1 Person

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