Achtsamer werden

Ungefähr ein Jahr ist es her, als ich in London an meinem Schreibtisch saß und ein bisschen überfordert war. Die ersten Hausarbeiten standen an, ich war total motiviert, las stundenlag Studien & überlegte mir verschiedene Konzepte. Ja, ich war voll drin im Thema. Bis ich dann irgendwann feststellte, dass ich so lange recherchiert hatte bis ich den Blick fürs große Ganze verloren hatte und damit ziemlich viel Zeit verschwendet hatte.

Diese Situation gab es so oft. Wenn ich was finde, das mich so richtig begeistert, kann ich stundenlang damit verbringen. Mich reinlesen, immer mehr Infos aufsaugen, Verbindungen in meinem Kopf erschließen. Aber irgendwann wird es dann zu viel, und bis ich gemerkt habe, dass ich eine Pause brauche, ist es schon viel zu spät.

„Learn to pause rather than to quit“

Pausen sind ja generell nicht so super positiv angesehen in unserer Gesellschaft, und das ist leider ein riesiger Mythos. Um klare Gedanken fassen zu können & gute Arbeit zu leisten, ist es essentiell, ab und zu mal einen Schritt zurückzugehen & das Ganze von weiter weg zu betrachten. Ich habe festgestellt, dass wenn ich mir erlaube, zwischendurch mal durchzuatmen, ich viel mehr schwierige Aufgaben durchziehe anstatt sie abzubrechen, und sie auch in einer anderen Qualität abschließe, als wenn ich es einfach nur hinter mich bringen will.

Achtsamkeit, englisch Mindfulness, ist in den letzten Jahren zu einem großen Thema in der Psychologie-Forschung geworden. Es ist nachgewiesen, dass Leute, die achtsamer sind, glücklicher, gesünder & belastbarer sind. Aber was bedeutet Achtsamkeit eigentlich? Ich weiß noch, als ich im 4. Semester meines Bachelorstudiums das erste Mal in einem Meditationskurs von der Uni saß. Wir sollten die Augen schließen und unsere Aufmerksamkeit auf unsere Füße richten, den Boden darunter spüren und einfach nur wahrnehmen, was in unserem Körper währenddessen passiert. Im ersten Moment fand ich das etwas seltsam, und ich glaube das geht vielen Menschen so. Meditation & Achtsamkeit sind zwei Konzepte, die in den östlichen Gesellschaften ein wichtiger Bestandteil des Alltags sind, bei uns in der westlichen Gesellschaft werden sie allerdings immer noch oft belächelt. Warum? Weil es erstmal eben nicht mit unser schnelllebigen Lebensweise vereinbar ist. Ein ganzes Leben geht es um höher, schneller, weiter, und da kommt dann jemand und sagt einem, dass alles so wie es gerade ist, perfekt ist.
Aber genauso ist es! Achtsamkeit bedeutet, dass man die volle Aufmerksamkeit auf etwas richtet. Das kann der eigene Atem, der aktuelle Moment, oder die Aufgabe, die man gerade macht, sein. Das kann der Wind sein, der einem um die Nase weht, das kann der Kuss sein, den man auf seinen Lippen spürt, das kann der eigene Herzschlag sein. Achtsam sein bedeutet, seinen Fokus voll und ganz auf das zu legen, was ist.

Seitdem ich verschiedene Achtsamkeitspraktiken in mein Leben integriert habe, hat sich so viel verändert. Die glücklichsten Momente sind, wenn ich mit dem Fahrrad hier am Kaiser-Friedrich-Ufer langfahre, oder einfach irgendwo draußen sitze, mir der Wind um die Nase weht, oder wenn ich im Bus sitze und mit Musik im Ohr der Sonne beim Untergehen zusehe. Das sind alles Momente höchster Achtsamkeit. Ich kann also nicht nur beim Arbeiten achtsamer entscheiden, wie ich weiter vorgehe, ich ziehe da auch für mein Wohlbefinden viel raus. Und weil ich so dafür brenne, habe ich mich vor einem guten halben Jahr entschieden, meine Masterarbeit darüber zu schreiben. Es gibt so wenig Forschung zu Achtsamkeit im Alltag und ich möchte, dass mehr Menschen auf dieser Welt dieses „Tool“ erlernen, weil ich glaube, dass dann so viele glücklicher wären & klarer über das, was sie wollen.

Für meine Studie nutze ich eine App, die 2 Wochen lang jeden Tag an 6 verschiedenen Zeitpunkten klingelt. Wenn sie klingelt, gilt es sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren, dann auf den aktuellen Moment, und schließlich auf die Aufgabe, die man gerade erfüllt. Es ist also ganz simpel, und doch so vielversprechend. Vor den 2 Wochen werden Fragebögen ausgehändigt, die das Wohlbefinden & das aktuelle Stresslevel erfassen, und das gleiche passiert nach den zwei Wochen nochmal.
Da die Ergenisse natürlich umso valider sind, umso mehr Studienteilnehmer ich habe, freue ich mich über jeden, der Interesse hat teilzunehmen. Wenn auch du Lust hast, mich zu unterstützen & dich selbst ein bisschen achtsamer zu machen, dann trag dich gern im folgenden Link mit deiner Emailadresse ein, um weitere Infos über die Studie zu bekommen: https://mailchi.mp/d932e13b5a2b/mindfulnessbell

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Ich freue mich auch riesig, wenn du den Link teilst mit Leuten, die daraus etwas ziehen können. 🙂
Was sind deine Tipps, um im Alltag achtsamer zu sein?
Ich danke dir sehr & wünsche dir einen wunderschönen Abend.

Eine große Umarmung aus Hamburg,

Kira

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