Was ein Tattoo mit Loslassen zu tun hat

am

Es war ein wunderschöner Sommertag auf Bali mit blauem Himmel und Sonnenschein, als es in mir drin alles andere als sonnig aussah. Eigentlich war nichts Schlimmes passiert, eigentlich war alles ziemlich gut: es war meine letzte Woche in Bali, ich nahm an einem Wochenend-Workshop über Breathwork teil. Es war Mittagspause, ich hatte gerade eine Smoothiebowl gegessen und lief noch einmal kurz zum Strand bevor es weiterging. Und doch fühlte ich mich grau und schwer und dunkel.

Ich hatte mir nämlich vorgenommen, an dem Abend mein allererstes Tattoo stechen zu lassen und irgendwie kamen da plötzlich ziemlich viele alte Glaubenssätze und Ängste hoch. Niemals hätte ich vorher erwartet, dass das so ein Drama wird, und doch war ich auf einmal mittendrin. Jedoch hatte ich gar keine Lust mehr auf Drama und entschied mich, eine Strichliste zu machen: bis zum Ende des Kurses stündlich ein Ja oder Nein fürs Tattoo, ich hätte es ja noch spontan absagen können.

Auf der Strichliste stand es am Ende 5:5 – und ich wusste immer noch nicht, was ich nun machen würde. Aber irgendwie war da auch von Anfang diese Klarheit da, dass alles was dagegen spricht eh nur Angst ist. Dass es blöde Glaubenssätze sind von „dann findet mich niemand mehr schön“ zu „will ich mich wirklich für das ganze Leben an etwas binden?“. Glaubenssätze, die ich irgendwann während meines Erwachsen-Werdens mal aufgesammelt hatte, die nun aber nicht mehr stimmten. Und so entschied ich mich am Ende, fast ein bisschen resignierend: „Ich mach das jetzt einfach!“

Warum ich diese Geschichte erzähle, hat viel mehr mit dem Gefühl nach der Entscheidung als mit dem Drama davor zu tun. Als ich mich nun entschieden hatte, es zu tun, fühlte es sich nur noch leicht an. Ich war nervös, ja, aber es war leicht. Ich spürte, dass alles davor mich schützen wollte, dass das mein „Schattenkind“ war, dass Angst hatte, abgelehnt zu werden. Aber ich wollte doch im „Sonnenkind“ handeln! (Wer mehr über das Schatten- und Sonnenkind-Konzept erfahren möchte, dem empfehle ich dieses Buch)

Und ich glaube, dass ich viel zu oft im Leben noch im Schattenkind-Modus handele. Dass viele Entscheidungen aus einer Angst oder aus Mangel resultieren, anstatt aus Liebe. Dass viel zu viele Entscheidungen rational getroffen werden, anstatt auf meine Intuition zu hören. Aber ich habe genauso die Erfahrung gemacht, dass meine Intuition viel viel mehr weiß, was mir gut tut ist, dass sie viel weiser ist, und mir den richtigen Weg ebnet. Und deshalb möchte ich Loslassen vom Verkomplizieren im Kopf, vom Überdenken, und mehr Tun. Und dafür mehr Leichtigkeit und Lebenslust und einfach machen.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. laxobu sagt:

    Schöööööön . Tattoo und Gedankenchaos& Erkenntnis 💕

    Gefällt 1 Person

    1. Kira sagt:

      Danke, liebe Larissa! :-*

      Gefällt 1 Person

Schreibe eine Antwort zu Kira Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s