Ein neuer Lebensabschnitt

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Am 15. April 2018 saß ich im Bus von Paris nach London und schrieb Folgendes: „Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diesen Master machen darf und dass ich in London leben darf und schon so viel von der Welt sehen durfte. Ich sehe das als absolutes Privileg. Und doch freue ich mich auch irgendwie auf ein eigenes Zuhause mit Familie und Hund und Grillpartys am Wochenende auf dem Balkon von Freunden und mal wirklich in einer Stadt anzukommen. Wo und wann das sein wird, das weiß ich noch nicht, aber dass es sein wird, da bin ich mir ganz sicher.“ Unter dem Titel Macht Selbstfindung einsam? teilte ich meine Gedanken zu einem Thema, dass ich lange Zeit lieber verstecken wollte. Aber irgendwie half diese Klarheit, um mir einzugestehen, dass ich mich nach ein bisschen Bodenständigkeit und Zugehörigkeit sehnte.

Die letzten sieben Jahren verbrachte ich damit, in verschiedenen Großstädten zu leben, meinen Weg zu finden und dabei viele verschiedene Menschen kennenzulernen – dies meistens allein. Als jemand, der in seiner Jugend eher labil war und seine Werte nicht so richtig kannte, war das etwas, dass ich brauchte. Von der 18-jährigen Kira, die das Elternhaus verließ und auf eigene Faust nach Dresden zog, zu der Kira, die nun einiges allein gemeistert hat, hat sich viel getan.

Jedoch war da schon lange der Wunsch, mal wieder irgendwo anzukommen. Ich sehnte mich nach einem gewohnten Umfeld, nach Zusammenleben und Gemeinschaft. Silvester 2017 und 2018 schrieb ich eine Manifestationsliste für das kommende Jahr und jeweils ganz oben: einen liebevollen Freund zu finden, mit dem ich den Alltag teilen darf. Mit dem ich in einer kleinen, süßen Wohnung leben darf.

Ich wusste immer, dass es irgendwann kommen würde, und ich war auch nie der Typ, der sich auf irgendwelche halben Sachen einließ. Trotzdem gehörte zu dem Alleinsein, das mir in den letzten Monaten verstärkt bewusst wurde, eine Menge Traurigkeit. Ich glaube, dass dieser Punkt irgendwann erreicht werden muss, um zu verstehen, dass einen die bisherige Lebensweise mittlerweile mehr traurig als glücklich macht, bevor man etwas in seinem Leben ändern kann. Somit verbrachte ich im vergangenen Jahr viel Zeit damit, zu verstehen, warum ich eigentlich immer „so allein“ war und was dahinter steckte.

Irgendwann diesen Sommer war es dann gut, und ich fühlte mich plötzlich so pudelwohl mit mir selbst. Und wie es im Leben immer so ist, schickt uns das Universum in genau diesen Momenten das, wonach wir uns so sehr gesehnt haben. So fand ich in diesem Sommer zu meinem wundervollen Freund und mit ihm zu einem ganz neuen Gefühl von Zuhause.

Ich war schon immer eher der Hals über Kopf-Typ, wenn es sich richtig anfühlt. Ich wusste, dass es auf Dauer keine Fernbeziehung sein sollte und ich wusste, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, mein Leben zu teilen. Und so liege ich nun am Samstagmorgen im Bett mit diesem wundervollen Menschen an meiner Seite, in der Wohnung, die seit diesem Montag unser beider Zuhause ist, mit dem süßesten Hund der Welt, der das Glück perfekt macht.

Ich glaub, das Universum meint es immer gut mit uns, wenn wir lernen zu vertrauen. Das, was wir uns wünschen, kommt immer zu uns, wenn der richtige Moment gekommen ist. Und nun bin ich neugierig auf diesen neuen Lebenabschnitt, der heißt: ich wohne wieder in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, zusammen mit diesen beiden Schätzen, die mein Leben so viel bunter machen. Das wird nicht heißen, dass immer alles rosarot ist, aber das heißt, dass der Abschnitt Einsamkeit nun ein Ende hat.

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