Von erfüllten Träumen

Als ich im November 2018 meine Freundin Mimi in Kopenhagen besuchte, saßen wir in der lichtdurchfluteten Cafeteria ihrer Universität und schmiedeten Pläne fürs nächste Jahr. „Damals“ war ich gerade am Ende meines Studiums angekommen, war inmitten der Masterarbeits-Phase und hatte keinen blassen Schimmer, wo es im darauffolgenden Jahr für mich hingehen würde. Ich zückte meinen guten Plan (unbezahlte Werbung weil Herzensempfehlung), schlug die ersten Seiten auf und befüllte meine „Lebensziele“. Ich schrieb nieder, dass ich mir von Herzen einen Hund wünschte. Ich hatte keinen genauen Plan, wann, wie und wo er zu mir kommen sollte, aber ich wusste, dass ich ihn mir aus tiefstem Herzen wünschte. Wie so oft in den letzten Jahren hätte ich damals wohl nicht gedacht, wo ich mit diesem Wunsch landen würde.

Nun, gut ein Jahr später, hat mich das Leben an einen neuen Platz katapultiert: mit neuem Zuhause, neuem Umfeld, und – einem Hund. Es war einer dieser Wünsche, für die ich nicht außerordentlich kämpfte, sondern die voller Leichtigkeit in mein Leben traten. Und darüber möchte ich heute auch schreiben: über Vertrauen und den Glauben, dass alles dann kommt, wenn es soll.

Kennt ihr das, wenn man sich etwas so sehr wünscht, dass man alles dafür tun würde? Dass man sich tagelang, manchmal monatelang aufopfert, um dann etwas zu erreichen, was man so stark verfolgt hat? Ich glaube, dass es gut ist, mal auf diese Art und Weise ein Ziel zu erreichen, weil man versteht, wozu man fähig ist. Es weckt Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und den Glauben an sich selbst. Wenn auf Dauer aber alle Ziele voller Mühsamkeit, voller Kraft und Kampf verfolgt werden, ist das kräftezehrend.

Mein Master in London war so ein hart erarbeiteter Traum – vom ersten Moment des Wunsches bis zur Verleihung des Masterzeugnisses war es ein langer, teils sehr steiniger Weg. Ich bin stolz darauf, ihn beschritten und beklommen zu haben – aber es hat mir auch einiges an Kraft abverlangt.

Inzwischen habe ich die Erfahrung gemacht, dass nicht immer alles hart oder anstrengend sein muss, um gut zu sein. Manchmal sind es auch die Dinge, die einem augenscheinlich „in den Schoß fallen“, die sich unendlich gut anfühlen. Zum Beispiel, eine erfüllte Beziehung zu haben, zu meinem Freund, meinen Freunden und meinen Eltern. Das war nicht immer so. Oder, einen erfolgreichen Vortrag zu geben, genügend Geld zu haben. Auch das war nicht immer so. Vielleicht fällt es mir jetzt „in den Schoß“. Ich kann es wertschätzen, was daran liegt, dass ich mich so lange mit meinen Glaubenssätzen beschäftigt habe, bis sie eine positive Änderung in meinem Leben mit sich gebracht haben. Wie es auch ist – wir dürfen lernen zu empfangen. Wir dürfen lernen, auf Ziele hinzuarbeiten, jedoch voller Leichtigkeit und währenddessen das Leben zu genießen. Es ist nicht erst gut, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Es ist eigentlich immer schon gut, mit den paar Baustellen, an denen wir aktuell arbeiten. Wir dürfen Gutes empfangen, erleben, genießen. Und wir dürfen daran glauben, dass unsere Träume immer irgendwann in Erfüllung gehen.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Dieser Beitrag hat mich irgenwie sehr berührt. so schön geschrieben und so voller Zuversicht. Ich versuche auch der Zukunft mit diesem Gefühl entgegen zu gehen. 🙂

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    1. Kira sagt:

      Wie schön zu hören! Vielen Dank für dein liebes Feedback 🙂

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