You are the books you read 5.0

„A book is a magical thing that lets you travel to far-away places without ever leaving your chair“, schreibt Katrina Mayer. Wenn ich mit Limo in der Hand auf dem Balkon sitze und lese, wenn ich mich aufs Sofa in meine Decke einmummle und in einen Roman vertiefe, wenn ich lange Zugfahrten mit dem Buch in der Hand verschwindend kurz wahrnehme, dann fühlt sich das an wie Urlaub. Wir haben immer die Möglichkeit einer kleinen Flucht aus dem täglichen Leben, wenn wir unsere Bücher aufschlagen.

In den letzten Monaten ist meine Leidenschaft zum Lesen wieder so richtig aufgeflammt. Seit meiner letzten Book Review im April habe ich um die zehn Bücher gelesen. Ich liebe die Möglichkeit, in fremde Länder und Kulturen einzutauchen, eine Zeitreise in eine andere Ära zu machen, neue Gedankengänge kennenzulernen und dadurch dazuzulernen. Weil mir in dieser Zeit so einige richtig gute Bücher über den Weg gelaufen sind, möchte ich diese heute gern mit euch teilen.

Utopien für Realisten (Rutger Bregman)

Ein paar Mal hatte mich dieses Buch mit dem Untertitel „Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingslose Grundeinkommen“ schon angelächelt, bevor ich mich im April endlich entschied, es mir zu kaufen. Es war eine Zeit, in der ich ein taz-Probeabo (unbeauftragte Werbung) abgeschlossen hatte, mich immer stärker für politische Themen interessierte und vor allem sehr viel Interesse an der Auseinandersetzung mit Arbeitszeitmodellen und dem Grundeinkommen fand. „Utopien für Realisten“ war für diese Themen ein toller Einstieg. Rutger Bregman ist niederländischer Historiker und Journalist und plädiert anhand realer Beispiele aus der Vergangenheit für ein Umdenken. Er ist auch einer der bekannten Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. Durch die thematische Vielfalt hat nicht jedes der Themen mein subjektives Interesse geweckt, jedoch gibt diese Lektüre einen guten Überblick und eine Einführung in die Themen der Zukunft.

Im Grunde gut (Rutger Bregman)

Durch „Utopien für Realisten“ stieß ich auf das neue Buch von Rutger Bregman, welches erst im Mai diesen Jahres erschien. Mit seinen 480 Seiten wirkt es zunächst sehr langwiedrig, jedoch hatte ich es innerhalb von 2 Wochen durchgelesen, weil es mich einfach so sehr fesselte. In „Im Grunde gut“ plädiert Rutger Bregman für ein positives Menschenverständnis – das heißt, dass der Mensch von Natur aus gut, friedselig und wissbegierig ist. Hingegen vieler verbreiteter Meinungen deckt er Missstände hinter bekannten Forschungen wie der Stanford-Studie auf, die implizieren, dass der Mensch gegenüber seiner Mitmenschen bösartig und machtbegierig agiert. Rutger Bregman erzählt reale Geschichten, die ein Zeichen dafür sind, dass der Mensch „im Grunde gut“ ist. Für mich eine absolut weiterzuempfehlende Lektüre, die im Diskurs um unsere Zukunftsgestaltung auch im Hinblick auf ein bedingungsloses Grundeinkommen einen wichtigen Grundstein gelegt hat.

Hippie (Paulo Coelho)

Paulo Coelho ist einer meiner Lieblingsautoren, wenn es um Selbsterkenntnis und Spiritualität geht. Umso mehr habe ich mich gefreut, als meine liebe Freundin mir zum Geburtstag das Buch „Hippie“ mit den Worten „Das hat für mich einfach so gut zu dir gepasst!“ geschenkt hat. Paulo Coelho erzählt in „Hippie“ teilweise autobiografisch, teilweise fiktiv von einem frühen Teil seines Lebens, als er von Amsterdam nach Kathmandu, Nepal gereist ist. Dieses Buch enthält wie alle seine Werke viele Schlüsselsätze und Erkenntnisse, die sich auf unser aller Leben beziehen lassen. Ich las „Hippie“ während unserer Bulli-Reise durch Deutschland und fühlte mich beim Lesen so richtig frei und leicht. Es kommt zwar in meinem Ranking nicht an „Der Alchemist“ ran, dennoch fand ich es sehr inspirierend.

Untamed (Glennon Doyle)

Viele Bücher thematisieren die weibliche Unabhängigkeit, das Für-sich-einstehen. Dieses jedoch hat mir in diesem Kontext besonders gut gefallen, da es kein oberflächlicher Ratgeber a la „you just don’t need to give a fuck“ ist, sondern, für mich, die tiefen inneren Zweifel adressiert hat. Ich habe mich nach Lesen dieses Buches mutig gefühlt, eine Stimme einzunehmen in bestimmten Diskursen, in denen ich mich vorher nicht getraut hätte, meine Position zu kommunizieren. Glennon Doyle ermutigt mit ihrem Weg und ihrer authentischen Beschreibung ihres Lebens.

City of Girls (Elizabeth Gilbert)

Meine große Leseleidenschaft ist wieder aufgeflammt, als ich so 20 Jahre alt war und im Studium in Dresden lebte. Von dort an las ich zwar auch Fiktives, aber vorrangig Sachbücher. Dies jedoch hat sich immer mehr verändert seit auch meine Begeisterung an Sprache immer mehr gewachsen ist und ich Bücher immer mehr als „Abtauchen in andere Dimensionen“ wahrnehme.
Elizabeth Gilbert gehört seither zu meinen Lieblingsautor*innen, wenn es um Romane geht. Nicht nur, dass ich sie als Mensch äußerst beeindruckend finde – ihre Art zu schreiben zieht mich richtig in den Bann. So auch in ihrem neuen Werk „City of Girls“, das in diesem Jahr erschienen ist. In „City of Girls“ erzählt die Protagonistin Vivian in einem Rückblick von ihrem Leben in New York in den 1940er Jahren, von ihrer beruflichen Vollkommenheit, vom Im-Moment-leben, von Freiheit. Dieses Buch verkörpert so viel Jugendlichkeit, Lebensfreude und Mut.

100 Ways to speak of Love (Ariane Sofía Vera-Fluixá)

Meine Freundin Ariane lebt in Mexico und inspiriert mich so sehr. Sie ist Musikerin, aber auch Schriftstellerin und setzt sich außerdem für tolle Projekte ein (hier könnt ihr mehr über sie lesen!). Ihr erstes Buch „100 Ways to speak of Love“ hat mich sprachlich so sehr beeindruckt. Sie plädiert für ein neues Narrativ über die Liebe – ein viel liebevolleres, inklusives Konzept von Liebe. Ihre Perspektiven berühren, weil man sich an die vielen kleinen wunderschönen Momente des Lebens erinnert und viel Wertschätzung empfindet. Das Buch besteht aus 100 Anekdoten und Inspirationen über die Liebe und ist kürzlich auch auf Deutsch unter dem Titel „100 Worte der Liebe“ erschienen.

Welche Bücher haben euch in der letzten Zeit berührt? Welche lest ihr gerade? Ich freue mich sehr über Empfehlungen, besonders Romane, die euch bewegt haben. Der Herbst liegt vor uns und mit ihm unzählige Stunden auf dem Sofa mit Kerzen, Kakao und einem guten Buch in der Hand!

Ich hoffe, es geht euch gut und schicke euch Liebe!

Kira

Alle diese Bücher habe ich mir unbeauftragt, von meinem eigenen Geld gekauft. Die Empfehlungen stammen aus meinem eigenen, subjektiven Interesse.

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